Personal-Yoga mit Personal-Trainer. So findest du deinen Lehrer:

Wie du mit Personal-Yoga mehr Aha-Effekte in deiner Praxis erlebst.

Während meiner Ausbildung zur Anusara-Lehrerin habe ich sehr oft die Situation erlebt, dass ich die Ansage meiner Lehrerin nicht verstanden haben. Also, ich habe sie schon gehört, konnte aber überhaupt nichts mit dieser Ansage anfangen. Ich soll die Oberschenkel nach hinten bringen? Die Schienbeine sollen nicht nach vorne kommen? Ich soll die vorderen Rippen Richtung Becken ziehen? Häh? Ich war vollkommen überfordert mit diesen Ansagen.

Ich übte fleißig weiter, aber die Haltung und Ausrichtung fühlte sich im Körper nicht 100%ig stimmig an. Irgendwas hakte – so, als wenn der Sender im Radio nicht ganz genau eingestellt ist und die Musik ein bisschen rauscht. Es fühlt sich unangenehm an, solcher Musik zuzuhören und man schaltet das Radio aus. Sprich, diese Asanas, in denen es etwas rauscht, übt man eher weniger bis gar nicht.

Und dann – wenig später – passierte in einem Workshop ein Wunder. Es wurde wieder erklärt, was es bedeutet, den Oberschenkel nach hinten zu bringen. Und während ich zusah, wie diese Handlung durch ein Adjustment bei jemanden durchgeführt wurde, und wir danach selbst praktizierten, hat es Klick gemacht. Ich habe im wahrsten Sinne des Wortes körperlich verstanden, was damit gemeint ist. Und die Musik, die aus meinem Sender kam, war plötzlich ganz klar. So klar wie nie zuvor. Das fühlte sich so gut im Körper an.

Personal-Yoga verfeinert deine Frequenz auf den Körper zu hören

Diesen Effekt – wirklich auf den Körper zu hören und zu verstehen, welche Handlung dazu führt, dass sich die Asana ganz frei und leicht anfühlt – erlebst du im Personal-Yoga. Du erlebst dieses Aha! – so fühlt es sich also richtig an! Du erlebst wie du Fortschritte machst und dich selbst besser ausrichten kannst, weil du verstanden hast, wo es bei dir im Verständnis hakte. 

Personal-Yoga ist die ursprünglichste Art Yoga zu üben. Von Person zu Person. Vom Lehrer direkt zum Schüler. Der Lehrer ist 100 Prozent für dich da und findet die kleine Zehe, die mehr in den Boden gedrückt werden kann, findet die Enge im Schultergürtel bei der Kobra und sieht, dass du in einer bestimmten Asana die Beine überstreckst. Nur durch dieses ganz nahe hinschauen, werden deine „Bewegungsmuster” aufgedeckt, die zu Fehlhaltungen führen können. Und wir wissen alle: es sind nicht die Dinge, die wir einmal oder zweimal „falsch” machen, die eine Auswirkung auf unseren Körper haben. Sondern es sind die Dinge, die wir regelmäßig über einen langen Zeitraum tun, die eine sehr große Wirkung auf unseren Körper haben. Auf einmal tut das Knie weh, die Schulter ist verspannt oder der untere Rücken tut bei jeder Kobra weh. Die Folge: wir üben nicht mehr so regelmäßig und eigentlich auch nur das, was nicht weh tut. Damit verpassen wir so viel. Wir schränken uns selbst ein und nehmen uns die Möglichkeit uns weiterzuentwickeln.

Wie finde ich meinen Lehrer für mein Personal-Yoga?

Die gemeinsame Arbeit im Personal-Training lässt dich in deiner Praxis wachsen und Stück für Stück weiterentwickeln. Aber wie findest du jetzt einen Lehrer, der gut zu dir passt?

Hier gebe ich dir einige Tipps, die deine Suche erleichtern werden:

  1. Der Lehrer sollte Erfahrung mitbringen.

Im besten Fall unterrichtet der Lehrer seit mehreren Jahren regelmäßig, so dass er in seinem Unterricht die Erfahrung sammeln konnte, die nötig ist, um Privatunterricht zu geben. Ich selbst habe mir in den ersten 5 Jahren meiner Tätigkeit als Vollzeit-Yogalehrer kein Personal-Yoga zugetraut. Erst mit der Zeit habe ich gelernt, meine Schüler im Unterricht zu beobachten und dann zu wissen, welche „Handlung” nötig ist, um die „Fehlhaltung” zu verbessern. Es schadet auch nicht nach der Ausbildung des Lehrers zu fragen und welche Fortbildungen er oder sie seitdem gemacht hat. Ein ganz wichtiger Punkt: Du solltest uneingeschränktes Vertrauen zu deinem Lehrer haben.

2. Der Lehrer sollte dich nach deinem aktuellen Gesundheitszustand und auch nach Vorerkrankungen fragen.

Klingt eigentlich logisch oder? Ist es aber nicht. Ich selbst habe es kürzlich wieder bei meiner Hausärztin erlebt: Anstatt mich anzusehen und mich zu fragen, wie es mir geht, hat sie nur irgendetwas in ihren Computer eingetippt. Ich fühlte mich nicht gesehen und nicht ernstgenommen. Es ist wichtig zu wissen, ob das Knie verletzt ist, man die Hände nicht belasten darf oder zu hohen Blutdruck hat. Es gibt im Yoga Übungen, die dann empfohlen werden oder auch vermieden werden sollten. Der Lehrer sollte auf Einschränkungen mit Alternativen reagieren können, um eine sichere Praxis zu gewährleisten.

3. Die Frage „Was ist dein Ziel?” sollte im Vordergrund des Personal-Yogas stehen.

Ob du nur eine Stunde oder mehrere Stunden buchst – dein Wunsch, deine Vorstellung muss im Fokus des Personal-Yogas stehen. Du bestimmst, welches Ziel dir wichtig ist und es sollte dann gemeinsam besprochen werden, wie der Weg dahin am besten aussieht. Je klarer deine Vorstellung und Absicht für den Unterricht ist, desto mehr hast du davon. Denn du weißt ja: die Energie folgt der Aufmerksamkeit.

4. Die Chemie muss stimmen.

Im besten Falle kennst du den Lehrer schon aus deiner regulären Praxis und buchst dann eine Privatstunde – sofern er oder sie die Erfahrung mitbringt (siehe Punkt 1). Ansonsten empfehle ich dir, ein unverbindliches Kennenlerngespräch am Telefon oder auch im Yogastudio zu vereinbaren. Dann hörst du die Stimme, die ja oft ausschlaggebend im Yoga ist, und spürst, ob dir der Lehrer die sympathisch ist.

5. Alle 4 Aspekte der Praxis sollten abgedeckt sein.

Die Yogapraxis besteht aus vier Bausteinen: Asanas, Pranayama, Meditation und Shavasana. Alle vier Elemente sollten Bestandteil einer Stunde sein und dich mehr in Balance bringen. Denn darum geht es ja letztendlich im Yoga. Wir möchten einen besseren Bezug zum Körper und zu uns selbst aufbauen. Die Praxis soll uns einen körperlichen Nutzen (Dehnung und Kräftigung) schenken aber auch mental stärken und emotional ausgleichen. Nur dann kann unsere Musik ganz ohne Störung aus uns herausfließen.

Ich wünsche dir viel Freude beim Personal-Yoga – mit dem Lehrer deines Vertrauens!

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für beiderlei Geschlecht.