Schlagwort: Ausrichtungsprinzipien

Yoga-Business-Kompass

”Bevor sich etwas entfalten kann, braucht es ein stabiles Fundament.”

Warum diese Fortbildung entstanden ist

Viele Yogalehrende beginnen ihren Weg mit einer großen Leidenschaft für Yoga. Sie absolvieren eine Ausbildung, unterrichten erste Klassen, begleiten Menschen auf ihrem Weg und sammeln wertvolle Erfahrungen. Mit der Zeit entsteht oft der Wunsch, das Unterrichten weiter auszubauen und die Selbstständigkeit auf stabile Beine zu stellen.

Gleichzeitig tauchen Fragen auf, auf die die meisten Yogaausbildungen kaum Antworten geben: Wie kalkuliere ich meine Preise? Wie plane ich meine Einnahmen? Wie viel Umsatz brauche ich eigentlich, um gut von meiner Arbeit leben zu können? Wie gehe ich mit Steuern, Rücklagen und finanzieller Verantwortung um? Wie kalkuliere ich ein Retreat? Und wie schaffe ich es, mein Business so zu strukturieren, dass es mich langfristig unterstützt, statt mich zu überfordern? Zwischen all diesen Fragen geht oft eines verloren: die Orientierung. Genau hier setzt der YOGA-BUSINESS KOMPASS an.

Orientierung für deinen eigenen Weg

Im Anusara Yoga sprechen wir häufig davon, dass sich etwas nur dann frei entfalten kann, wenn es auf einem stabilen Fundament ruht. Diese Idee begegnet uns nicht nur auf der Matte, sondern auch in der Selbstständigkeit. Bevor wir sichtbar werden, neue Projekte entwickeln oder Verantwortung für andere übernehmen können, braucht es Klarheit über die eigenen Zahlen, eine gesunde Struktur und die Fähigkeit, bewusste Entscheidungen für das eigene Business zu treffen.

Wir möchten dir dabei keine fertige Landkarte für dein Yogabusiness geben. Jedes Business entwickelt sich anders, jede Yogalehrerin hat ihre eigene Geschichte, ihre eigenen Stärken und ihre eigenen Ziele. Was wir dir mitgeben möchten, ist ein Kompass, der dir Orientierung gibt und dir hilft, deinen eigenen Weg klarer zu erkennen.

YOGA-BUSINESS KOMPASS richtet sich an Yogalehrende, die sich mehr Klarheit in ihrer Selbstständigkeit wünschen – unabhängig davon, ob sie gerade erst beginnen zu unterrichten oder bereits seit vielen Jahren im Yoga-Bereich tätig sind. Unser Anliegen ist es, einen Raum zu schaffen, in dem wirtschaftliche Themen verständlich, praxisnah und ohne Berührungsängste betrachtet werden können.

Wer dich begleitet

Entwickelt wurde der YOGA-BUSINESS KOMPASS von Sabine Willmann und Anja Fichtelmann

Wir beide sind Certified Anusara Yoga Teacher (CYT) und seit vielen Jahren als Yogalehrerinnen, Ausbilderinnen und Unternehmerinnen tätig.

Anja hat über zehn Jahre das Yogastudio Mattenzauber in Hamburg geführt.
Sabine ist Gründerin und Inhaberin von Santosa Yoga in München und begleitet seit vielen Jahren Yogalehrende in Aus- und Weiterbildungen.

Durch unsere eigene Selbstständigkeit kennen wir die vielen Facetten eines Yoga-Business aus erster Hand: Unterricht und Ausbildungen, Retreats und Workshops, Marketing und Sichtbarkeit, Finanzen und Umsatzplanung, Teamführung und strategische Entscheidungen.

Aus dieser langjährigen Erfahrung ist der YOGABUSINESS KOMPASS entstanden – eine Weiterbildung von Yogalehrerinnen für Yogalehrende, die sich mehr Klarheit, Orientierung und Sicherheit für ihren eigenen Weg wünschen.

Lernen aus gelebter Erfahrung

Aus dieser Erfahrung heraus ist der YOGA-BUSINESS KOMPASS entstanden. Nicht als theoretisches Business-Seminar, sondern als Weiterbildung von Yogalehrerinnen für Yogalehrende. Wir teilen nicht nur Wissen, sondern auch die Erfahrungen, Fehler, Erkenntnisse und Strukturen, die wir uns über viele Jahre selbst erarbeitet haben. Denn oft fehlt nicht die Leidenschaft für Yoga, sondern die Orientierung im Business-Alltag.

Wie treffe ich gute Entscheidungen? Wie plane ich nachhaltig? Wie behalte ich meine Zahlen im Blick? Wie kalkuliere ich meine Angebote sinnvoll? Und wie schaffe ich ein Business, das mich langfristig trägt?

Unser Ziel ist nicht, aus Yogalehrenden Unternehmerinnen zu machen. Unser Ziel ist es, die wirtschaftliche Seite der Selbstständigkeit verständlich zu machen, damit du fundierte Entscheidungen treffen und dein Business mit mehr Sicherheit führen kannst.

Fünf Themen. Ein Kompass für dein Yogabusiness.

Modul 1
PRANA POWER
| 27.10.2026 | 18.30 – 20.30 Uhr
Unternehmerinnen-Mindset | Finde dein Fundament

Der Schritt von der Yogalehrerin zur Unternehmerin beginnt nicht mit Marketing oder Finanzen, sondern mit deiner inneren Haltung. In diesem Modul beschäftigen wir uns mit den Fragen, wer du als Yogalehrende sein möchtest, welche Werte dein Handeln prägen und wie du Verantwortung für dein Business übernehmen kannst. Gemeinsam schaffen wir Klarheit über deine Vision, deine Energie und die Grundlagen für eine nachhaltige Selbstständigkeit.

Modul 2
MANTRA MARKE
| 24.11.2026 | 18.30 – 20.30 Uhr
Sichtbarkeit & Marke | Von innen nach außen strahlen

Eine starke Marke entsteht nicht durch laute Werbung, sondern durch Klarheit darüber, wofür du stehst und wen du erreichen möchtest. In diesem Modul entwickelst du ein besseres Verständnis für deine Zielgruppe, deine Positionierung und die Geschichte, die du mit deinem Yoga-Angebot erzählen möchtest. So entsteht eine authentische Sichtbarkeit, die zu dir passt und langfristig Vertrauen aufbaut.

Modul 3
MONEY MUDRA
| 15.12.2026 | 18.30 – 20.30 Uhr
Finanzen & Umsatz | Aus der Stabilität wachsen

Finanzen gehören zu den Themen, die viele Yogalehrende am liebsten auf später verschieben. In diesem Modul schaffen wir Klarheit über Zahlen, Kalkulationen, Rücklagen und die finanziellen Grundlagen einer selbstständigen Tätigkeit. Ziel ist es, Geld nicht länger als Belastung zu erleben, sondern als Werkzeug, das dir Sicherheit gibt und dein Business langfristig tragen kann.

Bonus-Modul 1 (optional)
KARMA KOMPETENZ
| 19.01.2027 | 18.30 – 20.30 Uhr
Führung & Verantwortung | Energien geschickt lenken

Mit wachsender Verantwortung verändern sich auch die Anforderungen an dein Yoga-Business. In diesem Bonus-Modul beschäftigen wir uns mit den Themen Führung, Teamarbeit und professioneller Unternehmensentwicklung. Dabei geht es sowohl um die organisatorischen Grundlagen eines Studios als auch um den bewussten Umgang mit Menschen, Kommunikation und Verantwortung. Du erhältst Einblicke in die Herausforderungen und Chancen, die entstehen, wenn aus einer selbstständigen Yogalehrerin eine Unternehmerin wird.

Bonus-Modul 2 (optional)
FLOW FOKUS
| 02.02.2027 | 18.30 – 20.30 Uhr
Struktur & strategische Planung | Adjustment für dein Business

Viele Herausforderungen im Business entstehen nicht durch fehlende Motivation, sondern durch fehlende Struktur. In diesem Modul beschäftigen wir uns mit sinnvoller Jahres-, Monats- und Wochenplanung, der Organisation von Workshops und einem realistischen Marketing-Rhythmus. So entsteht mehr Klarheit im Alltag und mehr Raum für das, was dir wirklich wichtig ist.

Termine

PRANA POWER
27.10.2026 | 18.30 – 20.30 Uhr

MANTRA MARKE
24.11.2026 | 18.30 – 20.30 Uhr

MONEY MUDRA
15.12.2026 | 18.30 – 20.30 Uhr

Bonus-Module

KARMA KOMPETENZ
19.01.2027 | 18.30 – 20.30 Uhr

FLOW FOKUS
02.02.2027 | 18.30 – 20.30 Uhr

Teilnahmebeitrag

YOGABUSINESS KOMPASS (Module 1–3)

Early Bird: 299,– €
inkl. PRANA POWER, MANTRA MARKE & MONEY MUDRA
bei Anmeldung und Zahlung bis zum 15. August 2026

Regulärer Preis: 349,– €
inkl. PRANA POWER, MANTRA MARKE & MONEY MUDRA
bei Anmeldung und Zahlung ab dem 16. August 2026

Bonus-Module 
Die Bonus-Module können separat hinzugebucht werden.

KARMA KOMPETENZ: 69,– €

FLOW FOKUS: 69,– €

Beide Bonus-Module zusammen: 99,– €

Die Teilnehmerzahl ist auf maximal 15 Personen begrenzt. 

Im Teilnahmebeitrag enthalten sind:

  • 3 Live-Online-Module à 2 Stunden
  • Workbook
  • geführte WhatsApp-Gruppe während der gesamten Fortbildung
  • Raum für Austausch und individuelle Fragen
  • Aufzeichnungen der inhaltlichen Teile der Module (persönliche Fragen und individuelle Fallbeispiele werden nicht aufgezeichnet)

Wie melde ich mich an?

Die Anmeldung erfolgt über die YAM-Website (Yoga Ausbildung München)

1. Prinzip: Open to Grace

Philosophisches Konzept

Open to Grace beschreibt in erster Linie eine bewusste innere Ausrichtung oder innere Haltung, die sich dann über den Körper ausdrückt: die Haltung, sich für das Leben mit all seinen Möglichkeiten zu öffnen. Offen zu sein für Dinge, die passieren können und seine begrenzte Vorstellung ein Stück weit loszulassen.

Open to Grace lädt uns dazu ein, genau hinzuschauen, was uns das Leben an Möglichkeiten der Weiterentwicklung und des Lernens bietet. Es schafft einen Raum in uns, in dem wir uns fragen können: Was gibt es noch über mich zu wissen?

Open to Grace ist zudem die Erkenntnis, dass es Bereiche in unserem Leben gibt, wo wir wissen, dass wir nicht wissen. Denn natürlich wissen wir nicht alles. Und weil wir nicht alles wissen, können wir auch nicht wissen, welche Möglichkeiten es für uns gibt. Mit dieser Einstellung der Offenheit und Weichheit werden wir empfänglicher und können somit mehr über uns erfahren.

Körperliche Umsetzung

Diese Aspekte werden alle körperlich auf der Yogamatte umgesetzt.
Hier werden sie in 4 Aspekte unterteilt:

1. Atmung und Fundament

Die Verbindung mit dem Atem ist der stärkste Ausdruck des ersten Prinzips. Wenn ich mich in der Yogapraxis mit dem Fluss des Atems verbinde, dann verbinde ich mich mit der Kraft des Lebens, die hinter dem Atem steht. Ich erkenne, dass es eine größere Kraft gibt, die mich im Leben leitet. Ich kann letztlich weder die Atmung noch die Dinge kontrollieren, die im Leben passieren. Ich atme von selbst. Wenn ich zusätzlich meine Hände und Füße bewusst und im richtigen Abstand auf der Matte platziere, dann kann ich dem Leben gegenüber eine eine offene Haltung zum Ausdruck bringen.

2. Innerer Körper strahlt – Inner Body Bright

Bei diesem Aspekt fülle ich meinen gesamten Brustkorb mit meinem Atem aus und erweitere mich in alle Richtungen: nach hinten in den Rücken, in die seitlichen Rippen und nach vorne in den Brustbereich. Der gesamte Umfang des Brustkorbes wird gefüllt und geweitet und ich strahle von innen nach außen. Mit dieser Fülle im Inneren fällt es mir leichter, alle Aspekte des Lebens anzunehmen. Die guten und weniger guten. Ich übe, es so anzunehmen wie es ist.

3. Körperseiten lang machen – Side Body Long

Hier strecke ich mich lang aus der Taille nach oben und schaffe mehr Länge zwischen Becken und Achselhöhlen. Diese Länge wirkt wohltuend auf den unteren Rücken und schafft die Bereitschaft „Ja” zu sagen und nicht in den Widerstand zu gehen.

4. Äußerer Körper wird weich – Outer Body Soft

Dieser Aspekt lässt die Haut und den inneren Blick weicher werden und ist eine sehr subtile Handlung. Ich übe, weicher zu werden in meiner Haut – wenn ich die Tendenz habe zu „verhärten“ – und kann mein Vertrauen in das Leben verkörpern.

Mein persönliches Empfinden

Das philosophische Konzept von „Open to  Grace“ unterstützt mich in meinem Alltag, die innere Bereitschaft zu entwickeln, dem Leben und der Kraft dahinter mit der größtmöglichen Offenheit zu begegnen. Dass ich jeden Tag darauf vertrauen kann, dass diese Kraft – die hinter dem Leben steht – gut für mich sorgt. Dass ich eine Bereitschaft kultiviere, erstmal „Ja” zu sagen – mit allem was da so täglich auftaucht an Freuden und auch Problemen.

Mir hilft dieses Konzept darin, dass es mir zunehmend leichter fällt, schwierige oder vermeintlich ausweglose Situationen in meinem Leben besser anzunehmen. Und das ich auch den Mut habe, mir eine Entwicklung für einige Zeit anzusehen. Es hilft mir, nicht sofort in den inneren Widerstand zu gehen, nicht hart zu werden und „das Problem” von mir wegzuschieben, sondern das ich versuche, eine innere Weichheit zu behalten und das „Unangenehme” bestmöglich zu integrieren.

2. Prinzip: Muskuläre Energie

Die Muskuläre Energie ist die zusammenziehende und nach innen ziehende Kraft, die dir Festigkeit und Stabilität im Körper schenkt und mithilfe derer du mehr und mehr Kraft entwickelst. Diese Stabilität schafft eine gute Verbindung zwischen den einzelnen Körperteilen und ein Bewusstsein dafür, wo du dich gerade im Raum befindest.

Wir steigern mit der Muskulären Energie unseren Muskeltonus und setzen damit – nachdem wir mit „Open to Grace” die Basis etabliert haben – die Grundlage, um alle weiteren Ausrichtungs-prinzipien anzuwenden. Gerade für Übende, die eher sehr beweglich sind und oftmals in den Asanas „hängen” ist die Muskuläre Energie eine wahre Wohltat. Sie schenkt uns diese Grenze, um nicht über unsere körperlichen Möglichkeiten hinauszugehen und uns nicht zu verletzen. Das Erleben der Asana wird intensiver und du spürst mehr.

In der Praxis wird die Muskuläre Energie von der Körperperipherie zum Zentrum hingezogen. Das heißt, wir ziehen Energie und Kraft von den Händen und Füßen Richtung Becken, Herz oder Gaumen. Diese 3 Punkte beschreiben den Sitz des jeweiligen Fokuspunktes in der Haltung. Vom Fokuspunkt aus wird die gesammelte Kraft wieder nach „außen” geschickt, um sich zu weiten, zu strecken und zu verlängern. Dieses „nach außen schicken” beschriebt schon das fünfte Prinzip – die „Organische Energie”. Sie ist die gegensätzliche Kraft zur Muskulären Energie.

Die Muskuläre Energie gliedert sich in 3 Aspekte:

  • 1. Die Haut und Muskeln werden fest an die Knochen gezogen – wie eine feste Umarmung.
  • 2. Die Gliedmaßen (Arme und Beine) werden isometrisch zur Mittellinie gezogen.
  • 3. Die Energie wird von der Peripherie (den Füßen, den Händen) entlang der Arme und Beine zum jeweiligen Fokuspunkt im Körperzentrum gezogen.

Was ist der Fokuspunkt?

Der Fokuspunkt ist der Ort in deinem Körper, wohin du die Muskuläre Energie ziehst und von wo aus du die Organische Energie wegströmen lässt. Im Fokuspunkt spaltet sich die Energie in zwei Richtungen: wieder nach unten in die Basis und nach oben in Richtung Kopf. Hier wird das
„Root to Rise”-Prinzip beschrieben: sich nach unten erden, um nach oben zu wachsen.

Die 3 Fokuspunkte sind:

1. Für alle Stehhaltungen sitzt der Beckenfokuspunkt im Zentrum des Beckens
2. Für Handstand und hinabschaunenden Hund sitzt der Herzfokuspunkt hinter dem Brustbein, im unteren Bereich des Herzens
3. Für Kopfstand, Schulterstand und Schulterbrücke sitzt der Gaumenfokuspunkt in der
Mitte des Kopfes, am oberen Gaumen

Mentaler und emotionaler Nutzen

Mit der Anwendung der Muskulären Energie stärken wir uns nicht nur auf körperlicher Ebene, indem wir kompakter und stabiler werden, sondern auch auf mentaler und emotionaler Ebene. Auch Qualitäten wie Durchhaltevermögen, Mut, Ausdauer, Entschlossenheit, Sicherheit und Präsenz werden entwickelt und gestärkt. Das Gefühl von Sicherheit und „dass man alles schaffen kann”, das beim Praktizieren der Muskulären Energie entsteht, ist für mich persönlich der größte Nutzen aus diesem Prinzip. Ich übe, Vertrauen in meine eigenen Fähigkeiten zu entwickeln und darüber hinaus mutiger in meinem Handeln zu werden.

Menschen, die sehr willensstark und zielgerichtet sind, sollten aufpassen, dass sie dieses Prinzip nicht zu intensiv anwenden. Es besteht leicht die Gefahr zu verkrampfen und eher das Gefühl zu stärken „ich muss noch mehr machen”. Gerade diese Personen sollten sich mehr auf die Organische Energie konzentrieren, bei der sie lernen, sich selbst gegenüber ein wenig weicher zu werden.

Grundsätzlich sollten die unterschiedlichen Ausrichtungsprinzipien so angewandt werden, dass für einen persönlich die richtige Balance (Balanced-Action) entsteht und es sich für dich in der Haltung stimmig anfühlt.

3. Prinzip: Innere Spirale

Die Innere Spirale ist die weitende Spirale. Sie wirkt wohltuend auf die Ausrichtung des Beckens. Sie beginnt bei den Füßen am Großzehballen und schlängelt sich über die Beine nach oben Richtung Taille. Sie bewegt dabei die Innenseiten der Oberschenkel nach innen und hinten sowie auseinander. Dadurch entsteht mehr Wölbung im unteren Rücken und die Leisten werden hohl und weich. Hierbei rollt der Oberschenkelkopf tiefer in die Hüftgelenkpfanne und wird dadurch besser integriert. Das Gelenk ist stabiler, was wiederum zu einem größeren Bewegungsradius führt. Der Druck auf den Hüftbeuger (Iliopsoas) nimmt ab, da der Oberschenkelkopf nicht dagegen drückt. Es entsteht eine wohltuende Weite im Becken und unteren Rücken. Den Oberschenkel während der Praxis „hinten” zu halten, erfordert allerdings einige Übung.

Mentaler und emotionaler Nutzen:
Wenn wir die Innere Spirale mithilfe der Muskulären Energie initiieren, haben wir die Möglichkeit, uns auch mental zu weiten, zu öffnen und empfänglicher zu werden. So als ob wir im Inneren einen Schritt von unseren Meinungen, Gedanken und Vorstellungen zurücktreten. Wir werden weicher in unserer Einstellung, entspannen und können dadurch unsere Perspektive erweitern.

Die Innere Spirale fließt immer zusammen mit der Muskulären Energie, die zuerst aktiviert wird.

4. Prinzip: Äußere Spirale

Die Äußere Spirale ist die zusammenziehende Spirale. Sie zieht die Hüftpunkte des Becken und die Sitzknochen zusammen und aktiviert den Beckenboden. Das verschafft uns mehr Festigkeit im unteren Bauch und im gesamten Becken. Die Äußere Spirale beginnt oberhalb des Beckens, schlängelt sich über die Beine nach unten und endet am großen Zeh. Dabei dreht sie die Oberschenkel nach außen, nach vorne und zusammen. Um die Äußere Spirale zu aktivieren, wird das Steißbein etwas nach unten gezogen (das ist eine innere Handlung, denn das Becken bleibt aufgerichtet und die Leisten hohl). Die Oberschenkel bleiben dabei hinten, so dass wir die Innere Spirale nicht verlieren.

Mentaler und emotionaler Nutzen:
Wenn wir die Äußere Spirale anwenden, erfahren wir Sicherheit, Verbundenheit und Kompaktheit.

Auch diese beiden Prinzipien sind – genau so wie die Muskuläre und Organische Energie – gegensätzlich (Spanda). Darum ist es immer nötig, die richtige „Balance der Aktivität” zu finden, um stets im Gleichgewicht zu sein.

5. Prinzip: Organische Energie

Die Organische Energie ist die weitende und streckende Kraft, die dir mehr Länge, Ausdehnung und Freiheit in der Haltung schenkt. Sie schafft Weite und Weichheit im Körper.

Sie ist die gegensätzliche Kraft zur Muskulären Energie. Wir brauchen sie, um die Festigkeit und Sicherheit der Muskulären Energie auszubalancieren. Diese beiden gegensätzliche Kräfte pulsieren miteinander und ergänzen sich. Dieses Konzept von Dualität nennen wir im Yoga Spanda. Das eine existiert nicht ohne das andere. Oder anders gesagt: nur durch den Kontrast von Gegensätzen nehmen wir Dinge bewusster wahr.

Die Organische Energie gliedert sich in 3 Aspekte:

1. Energie fließt vom Fokuspunkt aus entlang der Körperlinien zur Peripherie
2. Die Glieder weiten sich von der Mittellinie nach außen
3. Die Haut weitet sich von den Knochen weg

Mentaler und emotionaler Nutzen

Wenn wir Organische Energie anwenden, stärken wir Qualitäten wie Großzügigkeit, Zuversicht und die Möglichkeit unsere Perspektive zu wechseln. Wir können in der Haltung weicher werden und sie mehr von „innen heraus nach außen“ üben. Die Haltungen werden somit Ausdruck eines inneren Gefühls.

In meinem  Alltag fällt es mir persönlich oft schwer, weicher, nachsichtiger und liebevoller – also „organischer“ – mir selbst gegenüber zu sein. Weil ich oft zu konzentriert und zu zielstrebig – also zu „muskulär“ – bin. Mich immer wieder daran zu erinnern, die wichtige Balance dieser beiden Gegensätze zu finden, unterstützt mich darin, dem Leben gegenüber Offenheit und Weichheit zu behalten.