43 Minuten | Eine Praxis, in der wir uns wieder auffüllen mit Energie und Selbstliebe.
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Täglich Yoga zu üben fällt dir schwer? So findest du dein Yoga-Routine:
Nichts ist schwieriger, als seine Yogamatte täglich auszurollen und eine Yoga-Routine zu etablieren. Nichts ist schwieriger, als sich jeden Tag wieder an sein Versprechen zu halten. Ich habe für lange Zeit meine eigene Yogapraxis zuhause sehr vernachlässigt, mitunter – aufgrund von Erschöpfung – ganz weggelassen. Im Nachhinein ein großer Fehler. Denn erst seitdem ich wieder täglich übe – manchmal tatsächlich nur 5 Minuten – geht es mir von Tag zu Tag besser. Ich bin vitaler, freundlicher zu mir selbst, ruhiger und konzentrierter.
Wie habe ich das nun geschafft, eine Yoga-Routine zu etablieren?
Ich habe mir gesagt: Stelle dich einfach jeden Morgen auf die Matte und schaue, was dann passiert. Ganz ohne Erwartung und ganz ohne Anstrengung. Also habe ich meine Matte ausgerollt, mich daraufgestellt und 5 tiefe Atemzüge genommen. Und das wars. Meine Erschöpfung hat nicht mehr zugelassen.
Aber allein diese 5 Atemzüge taten so gut, dass ich mich nach einer kurzen Zeit darauf gefreut habe auf die Matte zu gehen. Es kamen ganz einfache Übungen dazu: Katze/Kuh, Hund, Ausfallschritt, Kind. Die Praxis dauerte so lange, wie ich Lust hatte. Aber meist nie länger als 5 Minuten. Ich kam nie ins Schwitzen, das hätte mich wieder sofort von der Matte verscheucht. Alles durfte, nichts musste. Kein Druck.
Nach ein paar Wochen der Routine kam dann aber die Lust auf mehr. Die Lust auf mehr Bewegung, mehr Dehnung, mehr Schwitzen. Die Routine war ja bereits etabliert und somit fiel es mir dann nicht mehr schwer 20 bis 30 Minuten zu üben. Am Wochenende, oder an Vormittagen, an denen ich mehr Zeit hatte, habe ich dann auch mit Online-Videos längere und anstrengendere Sequenzen geübt. Das hat mich glücklich und zufrieden gemacht. Und ist bis heute so.
Meine 5 Tipps für dich, wie du es regelmäßig auf die Matte schaffst:
1. Werde dir klar, warum du üben möchtest.
Das ist der wichtigste Schritt, um deine eigene Praxis zu etablieren. Bei mir war es der Wunsch, wieder mehr Energie für meinen Alltag zu bekommen. Und das ich das, was ich unterrichte, auch selber übe. Werde dir also darüber klar, welchen Nutzen du aus der Praxis für dein tägliches Leben ziehen willst. Mit welchem Gefühl verlässt du die Matte? Wie fühlt sich dein Körper an? Was ist dein Hauptbeweggrund zu praktizieren? Vielleicht um deinem Rücken was Gutes zu tun oder deine Hüften beweglich zu halten? Dich über den Atem mit dir selbst zu verbinden und dich wirklich zu spüren?
Bei deiner nächsten Praxis – zuhause oder im Studio – erinnere dich an diese Fragen und schreibe auf wie es dir geht. Das wird dein Motor sein, dieses Gefühl täglich in dein Leben einzuladen. Je klarer du es für dich formulierst, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass du die Matte ausrollst.
2. Übe zu Beginn immer zur gleichen Zeit.
Wenn du dich entschiedest, die Matte auszurollen, dann ist es hilfreich, immer zur gleichen Zeit zu üben. So fällt es deinem Gehirn leichter, eine Gewohnheit zu entwickeln. Beantworte dir dafür ganz ehrlich, wann du 5, 10 oder 20 Minuten in dich selbst investieren möchtest. Wie ist dein Tagesablauf? Wann könntest du es gut einplanen? Worauf müsstest du vielleicht verzichten, um es auch umzusetzen und dich nicht mit dem Satz herauszureden: „Nee, die 10 Minuten habe ich jetzt wirklich keine Zeit“. Ich habe mich entschieden, immer morgens zu üben – noch bevor mein „Arbeitstag” startet. Und das ist manchmal um 7 Uhr.
3. Gib deiner Matte einen festen Platz.
Und das meine ich wörtlich: Rolle sie immer an der gleichen Stelle aus oder lasse sie gleich liegen. Dann kannst du dich einfach daraufstellen, tief atmen und schon bist du fertig! Lass es nicht zu, dass du immer wieder mit dir selbst diskutierst. Stelle dich einfach drauf und atme! Denn sobald du deiner Matte einen Raum gibst, bekommt sie auch eine Priorität.
4. Beginne mit ganz einfachen Haltungen.
Oftmals habe ich gar keinen Plan, was ich genau üben möchte, wenn ich auf die Matte gehe. Ich fange dann einfach an. Im Stehen, im Kind, im Vierfüßlerstand oder im Hund. Dann vertiefe ich den Atem und lasse mich intuitiv führen. Der Körper sagt mir dann, was und wohin er möchte. Und plötzlich übe ich die Krähe oder den Unterarmstand. Ganz ohne Widerstand, weil es sich in diesem Moment genau richtig anfühlt. Das sind meine schönsten Momente der Freude. Denn dann übe ich zu vertrauen und mich gleichzeitig ein Stück weit leiten zu lassen. Ich übe loslassen im Kopf.
5. Begrenze deine Zeit.
Lege im Vorfeld fest, wie lange du üben möchtest/kannst. Und wenn es nur 3 Minuten sind. Stelle dir deinen Timer und leg los. Du wirst erstaunt sein, was man in drei Minuten alles machen kann. Dein Kopf kann loslassen. Der Timer sagt dir, wann Schluss ist.
Dein Schluss sollte immer Shavasana sein. Idealerweise 5 bis 10 Minuten. Zeit zum sammeln, loslassen und Kraft tanken. Und wenn du dann in den Tag startest oder ihn beendest, wirst du dich großartig fühlen. Denn du hast dich selbst und deine Bedürfnisse wahrgenommen und dich um dich selbst gekümmert. Wer sollte es sonst tun?
Viel Spaß auf der Matte!
Die Bedeutung der Malas für das tägliche Leben und die Yogapraxis.
Hattest du in deinem Leben schon einmal einen kritischen Gedanken über dich selbst? Jeden Tag plappert da eine leise oder auch laute Stimme in uns und flüstert uns Sätze wie zum Beispiel: Ich bin allein, Ich kann das nicht, Ich bin nicht gut genug zu. Bei mir ist diese Stimme oft sehr laut. Wenn ich zum Beispiel in den sozialen Medien unterwegs bin, wenn ich vor vielen neuen Schülern unterrichte oder sogar ein anderer Yogalehrer an meiner Klasse teilnimmt – dann vergleiche ich mich und fühle mich ungenügend und nicht gut genug.
Diese Sätze in unserem Kopf entspringen der negativen Macht der Malas – ein Konzept aus der tantrischen Philosophie, auf der auch Anusara-Yoga basiert.
Malas sind Glaubenssätze, die unsere Selbstwahrnehmung einschränken.
Diese Glaubenssätze begrenzen und limitieren uns in unserem Denken, Handeln und Tun. Sie lassen uns glauben, dass wir nicht komplett sind so wie wir sind, dass wir etwas nicht können und wir ganz allein sind auf dieser Welt. Diese Aspekte unseres Bewusstseins hindern uns daran, dass wir uns mit der Welt da draußen verbunden fühlen. Sie hindern uns daran, dass wir unser wahres Selbst sehen und erfahren.
Die „Staubschicht” der Malas lässt uns das immer wieder vergessen und nicht sehen.
Sicher gibt es Momente in unserem Leben, in denen wir diese Verbundenheit spüren. Wenn wir vielleicht einen Sonnenaufgang erleben, wenn wir uns in der Natur bewegen, wenn wir tiefe Freude empfinden, wenn wir die Elemente spüren. Dann nehmen wir wahr, dass es da eine Kraft gibt, die – wie immer wir sie nennen mögen – die soviel größer ist als wir selbst und wir Teil dieser Kraft sind, weil wir Teil dieses Universums sind.
Anava-Mala, Mayiya-Mala und Karma-Mala bilden die Staubschicht auf unserem Herzen.
Das Wort Mala bedeutet Schmutz oder Verunreinigung. In der tantrischen Philosophie werden die Malas mit einer Staubschicht, die das Herz bedeckt, verglichen. Diese feine Staubschicht verhindert, dass wir erkennen, dass wir mit der allumfassenden Kraft, die hinter allem steht, verbunden sind.
1. Anava-Mala
„Ich bin nicht gut genug.” „Ich bin wertlos.”
Diese Mala kreiert ein Gefühl von Wertlosigkeit, Mangel und Unvollkommenheit in uns. Es ruft Gefühle wie Unsicherheit und Traurigkeit hervor. Es verhindert zu erkennen, dass wir verbunden sind mit einer höheren Kraft.
Anava Mala ist mit dem Herzen verbunden.
2. Mayiya-Mala
„Ich bin allein.” „Niemand interessiert sich für mich.”
Hier fühlen wir uns in unserer Wahrnehmung getrennt von der ganzen Welt und fühlen uns allein. Wir vergleichen uns mit anderen und Gefühle von Eifersucht und Wut werden hervorgerufen.
Mayiya Mala ist mit dem Verstand verbunden.
3. Karma-Mala
„Ich werde es nicht schaffen.” „Ich kann es nicht.”
Hier entsteht in uns das Gefühl von Handlungsunfähigkeit und nicht gut genug zu sein in dem, was man macht. Es ruft Gefühle von Sorge und Angst hervor.
Karma Mala ist mit dem Körper verbunden.
Diese drei Malas sind Teil unserer Existenz, Teil dessen wer wir sind. Wir sollten sie uns vergegenwärtigen und mit ihnen arbeiten. Die Yogapraxis unterstützt uns darin, auf diese Sätze im Kopf aufmerksam zu werden und sie wahrzunehmen.
Die Yogapraxis auf der Matte wischt die Staubschicht weg!
Diese Gefühle, die durch die Malas in uns hervorgerufen werden, wirken sowohl emotional als auch körperlich auf uns. Sie machen uns fest, unbeweglich, lassen die Schulter nach vorne fallen und geben uns allgemein kein sonderlich gutes Körpergefühl. Oder wie fühlst du dich, wenn du dir ständig selbst sagst: „Ich bin nicht gut genug?”. Bei mir kommt da jedenfalls kein freundliches Gefühl auf.
Während der Praxis kommt manchmal auch diese leise Stimme in den Kopf: „Ach, diese Asana kann ich ja gar nicht” oder „Die anderen können das, nur ich nicht” oder „Die kennen sich hier alle, ich sitze mal wieder allein auf der Matte.”
Yoga dagegen sagt: Alles ist Eins. Alles ist Bewusstsein. Alles in dieser Welt ist durchströmt von einer Kraft, die soviel größer ist als wir selbst und die alles zusammenhält. Dadurch, dass wir auch auf dieser Welt sind, sind wir ein Teil dieser Kraft und somit mit ihr verbunden.
Fazit:
Unsere Asana-Praxis hilft hier ganz konkret, um diesen Gedanken entschlossen entgegenzutreten. Das Bewegen auf der Matte unterstützt uns darin, dass wir:
1. uns über den Atem an die große Kraft erinnern, die durch uns hindurchströmt und
2. wir unseren Körper mithilfe der Asanas öffnen und die unbeweglichen Bereiche unseres Körpers wieder geschmeidiger werden lassen, so dass die Energie wieder gut fließen kann. Nach meiner Praxis auf der Matte hatte ich noch nie das Gefühl von „Ich bin nicht gut genug”. Du? Ich fühle mich immer friedlich, vollkommen, wertvoll. So, als ob ich alles schaffen kann in meinem Leben.
Welch ein Geschenk diese Praxis ist. Die Mala-Staubschicht ist – für kurze Zeit – weggewischt und ich erkenne, dass ich verbunden, wertvoll und nicht allein bin.
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